Künstliche Intelligenz (KI) hat mittlerweile viele Aspekte des Lebens durchdrungen, von der Produktion und Logistik über Marketing bis hin zum Personalwesen, um einige unternehmerische Beispiele zu nennen. Den Vorteilen und Potenzialen, die KI z.B. bei der Automatisierung von Prozessen, Effizienzsteigerung sowie der Entdeckung neuer Produkte bietet, stehen Herausforderungen und Risiken gegenüber.
In diesem Umfeld ist ein verantwortungsvoller Umgang mit KI von großer Bedeutung, bei dem KI-Ethik eine zentrale Rolle spielt. Sie ist in diesem Zusammenhang relevant, da sie einen Rahmen für den verantwortungsvollen und menschenzentrierten Einsatz von KI-Technologien bietet. Sie stellt sicher, dass ethische Werte und Prinzipien wie Fairness, Transparenz, Datenschutz und Autonomie bei der Entwicklung, Implementierung und Nutzung von KI-Systemen berücksichtigt werden. Dadurch können negative Auswirkungen auf Einzelpersonen und die Gesellschaft insgesamt vermieden oder zumindest gemindert werden.
Eine KI-Ethik hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie den eingesetzten Algorithmen, den Märkten, in denen ein Unternehmen aktiv ist, den rechtlichen Rahmenbedingungen, von einer Unternehmenskultur und kulturellen Begebenheiten. Es müssen die ethischen Prinzipien identifizieren werden, die am relevantesten sind, und klare Leitlinien für den verantwortungsvollen Einsatz von KI entwickelt werden. Unterschiedliche philosophische Sichtweisen auf Ethik müssen bei der Diskussionen im Kontext von KI berücksichtigt werden. Es gibt z.B. die konsequentialistische, deontonische oder die Tugendethik, um einige zu nennen (dazu später mehr).
Die konsequentialistische Ethik legt z.B. den Fokus auf die Konsequenzen einer Handlung. Hierbei wird bewertet, ob die Handlung positive Auswirkungen auf das Wohlergehen der Menschen und die Gesellschaft hat. Die deontologische Ethik betont, dass bestimmte Handlungen an sich richtig oder falsch sind, unabhängig von den Konsequenzen. Dabei werden ethische Prinzipien wie die Wahrung von Menschenrechten und moralischen Pflichten hervorgehoben.
Es gibt auch verschiedene Arten von Ethik, wie die technische Ethik, die sich mit den ethischen Aspekten der Entwicklung und Anwendung von KI-Technologien befasst. Die soziale und globale Ethiken betrachten die Auswirkungen von KI auf die Gesellschaft und die globalen Herausforderungen, wie Fairness, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit.
Um in diesem komplexen Umfeld eine individuelle KI-Ethik zu definieren, ist es nicht ausreichend, nur z.B. eine Form des Utilitarismus zu wählen, oder nur eine deontologische Ethik zu wählen. Vielmehr müssen unterschiedliche ethische Theorien betrachtet und dem Bedarf entsprechend genutzt werden. Durch eine Kombination können auch vorhandene Schwächen in den einzelnen Theorien ausgebügelt werden. Durch eine Kombination kann ein robuster ethischer Ansatz entwickeln werden.
Ein weiterer Punkt ist, ein Verständnis der Begriffe von Ethik, Moral und Moralität zu haben, um das Thema zielführend diskutieren zu können. Umgangssprachlich werden die Begriffe Ethik und Moral auch meist synonym gebraucht.
Ethik: Systematische Untersuchung von Fragen, bezüglich des Verhaltens von richtig und falsch, sowie von Pflicht und Gerechtigkeit. Moral: Bezieht sich auf spezifische Überzeugungen, Handlungen und Verhaltensweisen. Kann sich auch auf ein System von Regeln oder Prinzipen beziehen, die als Leitfaden für richtiges und falsches Verhalten genutzt wird. Moralität: Bezieht sich auf die Handlungen an sich. Also ob eine Handlung den Regeln und Prinzipien entspricht oder widerspricht.
Die Auseinandersetzung mit KI-Ethik ermöglicht es, nicht nur potenzielle Risiken zu minimieren, sondern auch Wettbewerbsvorteile zu schaffen. Unternehmen, die sich mit KI-Ethik auseinandersetzen, werden als vertrauenswürdig und zukunftsorientiert wahrgenommen. Sie können das Vertrauen ihrer Kunden und Mitarbeiter gewinnen und langfristige Erfolge erzielen.